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Kolping-Begegnungsstätte e. V.
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| Bereits im Jahre 1932 beabsichtigte die Kolpingsfamilie ein Kolpinghaus zu bauen. Man hatte erkannt, dass es wichtig ist, einen Ort zu haben, an dem man sich treffen kann. Obwohl damals schon ein Grundstück zur Verfügung stand, wurde der Bau nicht in Angriff genommen. In späteren Jahren wurde diese Idee wiederholt aufgenommen, kam aber nie zur Ausführung.
Das Bauernhaus bestand
im Mittelteil aus einem Fachwerkbau, dessen Baujahr nicht mehr festzustellen war.
Im Jahre 1920 wurde im Norden ein Wohntrakt und im Jahre 1930 zum Süden hin ein
Scheunenteil mit Ställen angebaut. Auf der östlichen, der Straße abgewandten Seite,
befand sich ein Schuppen, der als Backhaus, Vorratsraum, Kleinviehstall und als
Unterstellplatz für landwirt-schaftliche Geräte diente. Das Grundstück ist sechs
Morgen groß.
Eine Ansicht des Hauses aus dem Jahre 1930 hängt im großen Flur des Erdgeschosses. Das Bild wurde jetzt vom Schermbecker Künstler Heinrich Baumeister gemalt. Da die Kirchengemeinde das Haus nicht selber nutzen konnte, bot sie es auf Empfehlung des Pastors und Präses' der Kolpingsfamilie - Franz-Gerd Stenneken - der Kolpingsfamilie zur Nutzung an. Der Präses hatte die Idee, das Haus zu einer Begegnungsstätte zu machen. Nach langen Debatten fasste der Vorstand der Kolpingsfamilie unter seinem Vor-sitzenden Hans Dieter Heier am 20.5.1990 den Beschluß, das Angebot anzunehmen und das Haus entsprechend umzubauen. Die General-versammlung bestätigte den Beschluss des Vorstandes am 5.5.1991. Zunächst wurde mit der Kirchengemeinde ein Vertrag geschlossen, der die Investitionen und Arbeitsleistungen absicherte. Dann galt es Pläne zu er-stellen und die Baugenehmigung einzuholen. Hubert Kempken entwarf den Plan, der vom Archi-tekten Franz-Josef Wein bei der Baubehörde eingereicht wurde. Parallel dazu wurde der Verein Kolping-Begegnungsstätte e. V. am 14.2.1992 gegründet An der Gründungsversammlung nahmen 21 Personen teil, die auch alle sofort Mitglieder des Vereins wurden. Den Vorsitz übernahm Heinz Schulze, der viele Jahre Schriftführer und Hauptkassierer der Kolpingsfamilie gewesen war. Den Vorstand ergänzten Hugo Grewing als stellvertretender Vorsitzender, Bernhard Punsmann als Kassierer und Hans Dieter Heier als Schriftführer.
Am 26.02.1993 erteilte der Kreis Wesel endlich die Genehmigung zum Umbau des Hauses zur Kolping-Begegnungsstätte. Der Umbau, der in drei Abschnitten erfolgen sollte, konnte beginnen. Im 1. Abschnitt sollte der Anbau mit den sanitären Anlagen im Erdge-schoß und einem Mehrzweckraum in Dachgeschoß erstellt werden. Im 2. Abschnitt sollte der Wohnbereich und im 3. Abschnitt die Tenne umgebaut werden. Nach dem Abriss des Schuppens wurden die Abwasserrohre verlegt und Kies und Zement für die Grundplatte bestellt. In Eigenarbeit der Mitglieder wurde der Beton gemischt und verfahren. Am 23.7.1993 wurde der erste Stein, selbst-verständlich nach alter Maurersitte, mit einer Blume gesetzt. Als der Anbau dann im Rohbau erstellt war, entfernte der bestellte Bagger den alten Wohntrakt. Wir mussten erschreckend feststellen, dass das Mauerwerk so marode waren, dass es nicht erhalten werden konnte. Die Mauern mussten neu erstellt werden.
Am 28.08.1993 feierten wir die verspätete Grundsteinlegung mit einem großen Fest. Eingeladen waren alle Helfer und Gönner. An Hand des weit gediehenen Rohbaus konnte man schon einen Eindruck vom späteren Erscheinungsbild des Hauses Bekommen. Die Ernüchterung kam aber dann, als wir die Rohbauabnahme hatten. Der Beamte vom Bauamt suchte, fand aber keine alten Mauern. Also war es kein Umbau, sondern ein Neubau und für den hatten wir keine Genehmigung. Er legte daraufhin am 02.04.1996 den Bau still. Wir mussten eine Genehmigung zum Neubau der Kolping-Begegnungsstätte beantragen. Wer sich im Baurecht auskennt, weiß, welche Schwierigkeiten dabei auftreten können. Erschwerend kam hinzu, dass das Baugrundstück nicht in einem ausgewiesenen Bebauungsgebiet liegt.
Die Neubaugenehmigung erhielten wir am 09.12.1996 mit nur geringen neuen Auflagen, obwohl bereits drei Jahre seit der ersten Genehmigung vergangen waren und Bauvorschriften sich geändert hatten. Es konnte also weitergehen. Aber es war Ferienzeit und unsere Hand-werker verwirklichten eigene Vorhaben, die sie wegen der Begeg-nungsstätte verschoben hatten. Der neue Anlauf gestaltete sich schwierig. Endlich war der Rohbau fertig und wir konnten am 17.2.1995 Richtfest und am 13.5.1995 öffentlich Rohbaufest feiern.
Nun wurde mit dem Innenausbau begonnen. Während dieser Zeit wurde oft gefragt, ob es nicht weiter geht. Aber bei uns war es nicht anders als bei jedem anderen Bau. Der Rohbau ist schnell errichtet, vom Innenausbau sieht man nichts.. Trotzdem wurde fleißig gearbeitet. Für die Heizung und Wasserversorgung wurden über 1000 m Kupferrohre verlegt und fast 1500 Formstücke verarbeitet, für die Elektroanlage über 2000 m Kabel. Die Heizkörper, die wir aus dem alten Krankenhaus ausgebaut hatten, mussten auseinandergeschraubt und den Anforderungen des Gebäudes angepasst werden. Abschließend wurden sie gesandstrahlt und neu gestrichen. Der große Saal sollte mit alten Eichenbalken ausgebaut werden. Hierzu mussten die vorhandenen Balken gesichtet und zurechtgeschnitten werden, wobei wir feststellten, dass die Balken nicht reichten. Bei der Schreinerei Bartelt lagerten noch alte Balken, die, wie sich herausstellte, zum Teil noch aus der alten Ludgeruskirche, die 1914 abgerissen worden war, stammten. Ein anderer Teil kam von der evangelischen Kirche, deren Dachstuhl 1985 erneuert worden war. Beide Ge-meinden waren gerne bereit, uns dieses Holz zur Verfügung zustellen. Beim Zurechtsägen wurde so manches Sägeblatt stumpf Alles das nahm natürlich viel Zeit in Anspruch, besonders wenn die Arbeiten in der Hauptsache nur an Wochenenden erledigt werden konnten. Nach Aufzeichnungen von Bernhard Schäfer, der den Bau von Anfang an beaufsichtigte und auch ständig selbst mit Hand anlegte, wurden ca. 40.000 Arbeitsstunden geleistet. Dieses Pensum wurde aber nicht allein von Kolping-Mitgliedern erbracht, sondern auch von Helfern, die nicht der Kolpingsfamilie angehören. Damit wir die lange Bauzeit von über sieben Jahren auch überstehen konnten, spendeten uns viele Frauen Samstags ein Frühstück. Der Vorsitzende des Kolping Diözesanverbandes Münster, Ulrich Vollmer, half uns bei der Beschaffung der Einrichtung. Er vermittelte uns Tische, Stühle und Betten. Weiter stellte er auch den Kontakt zum Kolping Bildungswerk in Essen her, das uns die Schränke im Schlafbereich fertigte. Am 20.12.1998 segnete unser Bischof Dr. Reinhard Lettmann, der anläßlich der 1200-Jahrfeier in Schermbeck weilte, die Begegnungsstätte ein. Es war ein stimmungsvolles Fest, bei dem der große Saal seine Bewährungsprobe bestand. An-schließend feierten wir zum Dank mit allen Helfern. Nun steht das Haus, erstellt durch eigene Kraft und Engagement der Kolpingsfamilien-Mitglieder sowie Helfer, die nicht der Kolpingsfamilie angehören. Finanziert wurde es aus Mitteln der Kolpingsfamilie, durch Spenden und Zuschüsse der Ge-meinde Schermbeck und der katholischen Kirchengemeinde.
Auch die Außenanlage ist nun komplett fertig gestellt: neben einer Grillhütte sind auch Spielgeräte für alle Altersgruppen installiert. Ein Baumhaus, eine Rutsche und ein Sandkasten für die Kleinen, Reckstangen, Volleyballkorb, Tischtennisplatte, Kleintore und ein Basketballnetz, das auch für Federball genutzt werden kann, für Größere sind ebenfalls vorhanden.
Möge das Haus jetzt mit Leben erfüllt und mit Gottes Segen als Begegnungsstätte im Sinne Adolph Kolpings genutzt werden. |
Stand: 07.03.2011 |